Breitgasse
Szeroka
Ampla platea, Brede Gasse, Superior Valva
Geschichte
Die Gasse, deren geräumige Anlage durch ihre Bestimmung als eine der Hauptverkehrsadern zum Hafen veranlasst wurde, bildete zusammen mit der sie rechtwinklig kreuzenden Straße der Dämme gewissermaßen den Rahmen, von dem aus das zwischen beiden liegende, ursprünglich sumpfige Stadtviertel erschlossen wurde. Dieses Viertel bildete die älteste, bereits 1357 so bezeichnete "nova civitas" (Neustadt) der Rechtstadt.
Die Breitgasse wird 1354 erstmals im Erbbuch als "ampla platea" erwähnt, anlässlich der hypothekarischen Beleihung eines Grundstücks. Der Name ist auch später in den Erbbüchern stets unverändert "brede gasse" geblieben.
Das die Gasse hinter Laternengasse und Mauergang abschließende Tor wird 1363 erstmals als "superior valva" genannt. Es war ein in äußeres und inneres Tor zerfallendes Doppeltor, später regelmäßig "bredes doer" (Breites Tor) genannt. Sein nach dem Holzmarkt zu gelegener äußerer Teil wurde 1826, der innere 1831 abgerissen.
Das zwischen Tor und Holzmarkt gelegene Stück der Straße wurde bis in den Anfang des 17. Jahrhunderts vom doppelten rechtstädtischen Stadtgraben eingenommen und erst nach dessen Beseitigung zwischen 1614 und 1630 allmählich bebaut. Im Erbbuch tragen diese Grundstücke die Bezeichnung "extra portam", Ende des 18. Jahrhunderts auch "im und am Breiten Tor".
Das Krantor muss, wie aus der Bezeichnung "superior valva" für das Breite Tor hervorgeht, 1363 gleichfalls bereits vorhanden gewesen sein. 1366 wird es bereits als "Kran" bezeichnet. In seiner heutigen Gestalt wurde es allerdings erst 1444 errichtet, nachdem der ältere Kran abgebrannt war.