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Brotbänkengasse

Chlebnicka

Platea Pistoram, Platea Panum, Brotbänkentor

Geschichte

1337 wird die Gasse als „platea pistorum” (Bäckerstraße) erwähnt, seit 1382 stets als „platea panum” (Brotstraße), deutsch Brotbänkengasse. 1357 muss sie zur Wasserseite hin bereits ihre heutige Ausdehnung besessen haben, da die Große und Kleine Hosennähergasse damals bereits bewohnt waren. 1377/78 wird auch das zum Wasser führende Tor genannt, ob es damals bereits seine heutige Gestalt hatte, ist allerdings nicht festzustellen.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts bestand sicher der heutige Bau des Tores. Dies geht sowohl aus dem über dem Portal zur Wasserseite hin eingemeißelten alten Danziger Wappen der Ordenszeit hervor – das im Gegensatz zum Frauentor und Häkertor noch nicht die polnische Krone zeigt – als auch aus der über dem Spitzbogen der Innenseite befindlichen Lilie. Letztere diente als Hauszeichen, und nach ihr wird das Tor 1464 im Grundzinsregister „Brotbenkendor alias de Lylie” genannt.

Nach der entgegengesetzten Seite erstreckte sich die Geltung des Gassennamens wesentlich weiter als heute. Bis ins 16. Jahrhundert wurde die heutige Jopengasse meist dazugerechnet, wenngleich deren Name vereinzelt bereits seit 1449 erwähnt wird.

Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Schnüffelmarkt, der 1796 die heutigen Nr. 1–8 und 43–45 der Brotbänkengasse sowie Nr. 28–39 und 41–45 der Jopengasse umfasste. Die erste Erwähnung habe ich zum Jahr 1574 gefunden. Frischbier erklärt in seinem preußischen Wörterbuch unter Berufung auf Löschin den Namen als Platz, wo Schaufeln oder Schüffeln verkauft wurden.

Bereits in der ältesten Danziger Willkür aus der Mitte des 15. Jahrhunderts wird diese Gegend zwischen der Großen Krämergasse und der Marienkirche jedoch mit dem sonst nicht belegten Namen „Mittelmarkt” bezeichnet. In Art. 137 wird bestimmt: „Item der Mittelmarkt vor der Kirchen, der gehalten wird zwischen der Krämergasse und der Kirchen, soll ganz rein abgetan sein; desgleichen soll man keine frischen Fische da fürder feil haben, sonderlich des heiligen Tages vor Mahlzeit, anders denn Kohl.” Es befand sich hier also ein Lebensmittelmarkt, der damals bis auf den Verkauf von Gemüse eingeschränkt wurde.

In hochdeutschem Sprachgebiet findet sich dafür die Bezeichnung „Naschmarkt”, und die Bedeutung „naschen” hat auch das niederdeutsche „snopern”. Dass tatsächlich der Schnüffelmarkt ein Gemüsemarkt war, ergibt sich aus einem in der Diele zum Artushof hängenden kleinen Holzschnitt vom Jahr 1601, der drei Gemüsehändlerinnen mit ihren Karren darstellt. Unter der Überschrift „Langgartsche Mägde” findet sich der folgende Text: „Die Milchmägd, Kirschbern und Kohlmetzen gehn hin auf den Schnüffelmarkt sich setzn, von Kraut und Rüben bringen viel, stets rauschen und knarren, sind nimmer still.”

Bilder

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 88f