Eimermacherhof
Wiadrownia
Geschichte
Die heute auf die Straße längs der Radaune gegenüber den Karpfenseigen beschränkte Bezeichnung umfasste noch um das Jahr 1800 den ganzen von der Großen Bäckergasse, der Großen und Kleinen Gasse, der Schmiedegasse und der heute Eimermacherhof genannten Straße gebildeten Stadtteil.
Zur Ordenszeit war dieser ein vor der Nordostfront des Ordensschlosses gelegenes, sumpfiges Vorgelände, das im Westen vom Schlossgraben, im Norden vom Vorgraben der Burg und im Osten von dessen Ausmündung in die Mottlau begrenzt wurde. Dieser östliche Graben, der sogenannte Emmermacher- oder Emmerbachergraben, verlief in der Richtung der heutigen Straße Brabank und stand durch seine Verlängerung mit der Radaune in Verbindung, die damals in der Nähe der Kaiserlichen Werft in die Mottlau mündete.
Seinen Namen trug der Graben vom Gewerk der Eimermacher (Kübelmacher), das hier einen Hof besaß und den Graben wohl zur Aufbewahrung von Hölzern benutzte, die es für sein Handwerk benötigte. Das Gewerk wird bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts in einer Ratsverordnung wegen der Stiftung eines Seelgerätes erwähnt.
Noch zu Anfang des 17. Jahrhunderts war das Gelände wenig bebaut. Nur die Gegend der heutigen Großen Bäckergasse war mit einigen kleinen Häusern am Eimermachergraben besetzt, die den Namen "Emmerhof" führten. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts sind die heutigen Straßenzüge bereits vorhanden, werden jedoch noch sämtlich ohne Einzelnamen unter der Bezeichnung Eimermacherhof zusammengefasst. Erst zwischen 1805 und 1814 kommen die Namen der einzelnen Straßen auf, während gleichzeitig die Bezeichnung Eimermacherhof auf ihren heutigen Bereich beschränkt wird.