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Fleischergasse

Franciszkańska

Geschichte

Der ältere Name der Gasse, unter dem sie regelmäßig im 14. und 15. Jahrhundert (erstmals 1362) erscheint, ist Wolfs- oder Wulveshagen. Die Bezeichnung geht ebenso wie die gleichartig gebildeten Namen Petershagen, Gruttenhagen und Rehagen in ihrem ersten Bestandteil auf einen Personennamen zurück. Der zweite Teil "Hagen" bedeutet eigentlich Einfriedigung eines Grundstücks, dann aber bezeichnet das Wort auch den umhegten Platz selbst und besonders in Niederdeutschland als Name für Vorstadtstraßen Teile eines Ortes, die von einerlei Gewerbe oder Familie, also geschlossenen Körperschaften, bewohnt werden. Seit dem 16. Jahrhundert kommt dann statt Wolfshagen der heutige Name Fleischergasse auf, der auf die in der Gasse zwischen Katergasse und Gertrudengasse gelegenen vorstädtischen Fleischbänke zurückgeht.

Am Ende der Gasse lag das 1461 erbaute neue Tor der vorstädtischen Stadtmauer, das bei Anlage der Bastionsbefestigung verbaut wurde.

Von 1945 bis 1947 wurde der Teil der Gasse zwischen Vorstädtischem Graben und der St.-Trinitatis-Kirchengasse ul. Franciszkańska (Franziskanergasse) genannt. Der heutige polnische Name ist eine korrekte Übersetzung des alten. In der Fleischergasse Nr. 69 befand sich die Druckerei Julius Sauer, in der ein nicht unerheblicher Teil der Danziger Briefmarken hergestellt wurde.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 142