Hopfengasse
Chmielna
Aschhofgasse
Geschichte
Die Hopfengasse war bereits 1385 in einer Ausdehnung von der Kuhbrücke bis zum alten, etwa dem Krantor gegenüberliegenden Asch- und Teerhof vorhanden, trug jedoch noch keinen Namen. Auch später wurde sie in ihren einzelnen Abschnitten unterschiedlich bezeichnet.
Der Abschnitt zwischen Leitergasse und Milchkannengasse hieß um 1440 "versus strues lignorum", nach dem am Ende der Speicherinsel an der Neuen Mottlau gelegenen alten Stadtzimmerhof. Im 17. Jahrhundert ist diese Bezeichnung in dem auf einem Lageplan vorkommenden Namen "Alte Stadthofgasse" erhalten. Das Erbbuch bezeichnet 1643 beide Straßenseiten verschieden: Die zur Rechtstadt gelegene Seite heißt "Hinter der Langen Brücke" - noch 1805 erinnerte daran der damals allerdings nur noch selten gebrauchte Name "Brückengasse". Die zur Niederstadt gelegene Seite wird 1643 "longa platea" genannt.
Der Abschnitt zwischen Milchkannengasse und Kuhbrücke hieß um 1440 "tuschen beiden brücken" (zwischen beiden Brücken). 1643 trug dieser Teil bereits nach den hier gelegenen Hopfenscheunen den Namen Hopfengasse, ebenso wie ein Teil der heutigen Milchkannengasse. Ein Lageplan des 17. Jahrhunderts verwendet stattdessen den Ausdruck "Flachsgasse", der auf die hier befindliche Flachswaage zurückgeht und sonst auch für die anstoßende Münchengasse vorkommt. 1770 erscheint die Bezeichnung "Nonnengasse bey der Flachswaage".
Der Abschnitt von der Kuhbrücke bis zur Thornschen Gasse scheint jenseits der Brandgasse erst nach 1440 bebaut worden zu sein. 1643 wird auch dieser ganze Abschnitt schon zur Hopfengasse gerechnet. Ein Lageplan des 17. Jahrhunderts nennt ihn "Aschhofgasse" nach dem seit 1449 auf dem Gelände des späteren Güterbahnhofs gelegenen neuen Aschhof. Die beiden alten Asch- und Teerhöfe waren 1449 abgebrannt und an das entgegengesetzte Ende der Speicherinsel verlegt worden.
Die einheitliche Bezeichnung der ganzen Gasse als "Lange Hopfengasse" oder "Hopfengasse" findet sich auf Plänen seit Ende des 18. Jahrhunderts und ist fest seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Auch nach dem Krieg behielt man den alten, ins Polnische übersetzten Namen bei.