Junkergasse
Pańska
Geschichte
1352 und 1354 wird die Gasse erstmals in einigen hypothekarischen Beleihungen als „twergasse versus monachos” (Quergasse zu den Mönchen) erwähnt – ein Hinweis auf die Lage am Dominikanerkloster. 1415 erscheint sie als „arta platea quo itur ad monachos” (enge Gasse, die zu den Mönchen führt), mit dem wenig späteren Nachtrag „kageltympe”. In Grundzinsregistern wird die Gasse dann regelmäßig seit Mitte des 15. Jahrhunderts als „Kagelzippel” aufgeführt.
Daneben findet sich erstmals 1443 der Name Junkergasse. Beide Ausdrücke blieben nebeneinander bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. Noch Wutstrack führt 1805 „Junkergasse” und „Kagenzippel bei Schwarzmönchen” auf – zum Unterschied von dem altstädtischen Kagenzippel, dem heutigen St.-Katharinen-Kirchensteig. Damals war die Bezeichnung Kagelzippel, wie sich aus dem gleichzeitigen Schrötterschen Stadtplan ergibt, bereits auf den hintersten Teil der Gasse von der Johannisgasse bis zum „Kick in die Köck” beschränkt, wo sie an der Stadtmauer endete.
Der Ausdruck „Kagelzippel” geht zurück auf „kagel” oder „kogel” (Kapuze) und „timpel” (Spitze am Gewand, Zipfel). Er wurde als Straßenbezeichnung genau in demselben Sinne gebraucht, wie wir heute das Wort „Sackgasse” verwenden – die Gasse endete ursprünglich an der Stadtmauer als Hohlgasse. Tatsächlich gehörten beide Gassen, für die der Name in Danzig vorkommt, zu dieser Gattung. Die Bezeichnung findet sich übrigens auch im hochdeutschen Sprachgebiet, z. B. in Rothenburg ob der Tauber und Nürnberg in der Form „Kappenzipfel”.
Die seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts allein gebräuchliche Bezeichnung „Junkergasse” findet sich auch in anderen Städten. In Stettin, wo der Name erst verhältnismäßig spät auftritt, geht er auf in der Gasse wohnende Stückjunker der Artillerie zurück. Das Wort „Junker” war in abgeblasster Bedeutung aber auch als Anrede für die hervorragenden städtischen Kreise, namentlich die Kaufmannschaft, bereits früh gebräuchlich. Diesem Zusammenhang verdankt die Gasse wohl auch in Danzig die Benennung.
Gerade in Danzig wurde die Anrede „Junker” für die Kreise der Schiffer und Kaufmannschaft ganz allgemein angewendet; es wurde geradezu übel genommen, wenn man sie nicht gebrauchte. Ein Schriftsteller des 17. Jahrhunderts berichtet: „Zwar ist es zu Danzig nichts Neues, und würde einer übel anlaufen, wenn er nicht einen jeden Schiffmann und Kaufmann – und sollte er auch nur Schwefelhölzer feil haben – Junkerum titulierte.”