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Kleine Gerbergasse

Podgarbary

Geschichte

Die Gasse bildete einen Teil des schon in der Handfeste der Rechtstadt von 1342 vorgesehenen Ganges, der sich hinter der Stadtmauer vom Ankerschmiedetor bis zum Fischmarkt hinzog und gewoehnlich "Hintergasse" genannt wurde.

Der von der heutigen Kleinen Gerbergasse eingenommene Teil wird 1633 "hinter der Gerbergasse" oder "hinter der Gerbergasse an der Mauer" genannt. Ab diesem Zeitpunkt wurde er mit dem Gerberberuf in Verbindung gebracht.

1796 findet sich fuer ihn auch die Bezeichnung "im Parchem". Der Ausdruck ist jedoch erst eine spaete Uebertragung, die den urspruenglichen Verhaeltnissen nicht entspricht. Der Zwinger oder Parcham befand sich naemlich nicht hinter, sondern vor der Mauer. Man verstand darunter den Raum zwischen der eigentlichen Stadtmauer und einer zweiten, davor befindlichen niedrigeren Mauer, die unmittelbar auf der inneren Boeschungsmauer des Grabens aufgesetzt war.

In Danzig war die ganze West- und Suedfront mit einer derartigen Anlage versehen. Ihr letzter Rest ist in der als Schiessgartn der St.-Georgs-Brueder dienenden sogenannten Halle zwischen dem Zeughaus und dem Langgasser Tor noch heute erhalten.

Von 1691 bis 1845 wurde die Gasse also faelschlicherweise "im Parcham" genannt, obwohl der eigentliche Parcham sich jenseits der Mauer befand.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 97f