Skip to main content

Kleine Ölmühlengasse

n. e.

Geschichte

Noch 1608 wird die Gasse zu den unbenannten Strassen ("plateae anonymae") des Hakelwerks gezaehlt. Ab 1624 bildet sie einen Teil der "Vergessenen Gasse". Diese Bezeichnung wurde fuer die ganze Gegend von hinter Adlers Brauhaus bis zu dem an der Ecke von Heveliusplatz und Am Spendhaus gelegenen Pestilenzhaus gebraucht und umfasste demnach die heutige Kleine Oelmuhlengasse, das Hakelwerk und Am Spendhaus.

Am laengsten blieb der Name fuer die Kleine Oelmuhlengasse in Gebrauch -- er kommt noch 1806 vor, 1792 auch in der Form "Verlorene Gasse". Auch fuer einzelne Grundstuecke der Plappergasse ist er ins Hypothekenbuch uebernommen worden, jedoch anscheinend nur, weil diese Grundstuecke urspruenglich bis zur Kleinen Oelmuhlengasse durchgingen und deshalb mit zu dieser rechneten.

Der ganze Stadtteil war anscheinend uebel beleumdet, und die Ausdruecke "Verlorene" und "Vergessene Gasse" wurden in demselben Sinne gebraucht, wie man noch heute eine abgelegene Oertlichkeit als "verlorene Gegend" bezeichnet.

Seit etwa 1817 heisst die Gasse auf Plaenen "An der Oelmuehle". 1854 wurde diese Bezeichnung in "Kleine Oelmuhlengasse" umgeaendert.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 67f