Skip to main content

Kohlenmarkt

Targ Węglowy

Brandenburger Tor

Geschichte

Die rechtstädtische Handfeste erwähnt ihn 1342/43 als "Anger um Sankt Gertrudens Kirchhof," der der Stadt als "Freiheit" verliehen wurde; das heißt, der Platz sollte dieselbe rechtliche Stellung genießen wie die Stadt selbst, doch war ausdrücklich bestimmt, dass er nicht in die rechtstädtische Umfassungsmauer einbezogen werden durfte. Schon um die Mitte des 15. Jahrhunderts diente dieser Platz vor den westlichen Stadttoren dem Kohlenhandel. 1473 wurde der bis dahin innerhalb der Stadtmauern abgehaltene Dominiksjahrmarkt hierhin verlegt, wie sich aus der Notiz Kaspar Weinreichs ergibt: "Item don wart der domnik zu Dantzke gelegt vor die stadt zwischen s. gerdrud und der stadt an den graben jormark aldo zu halden." Seitdem trug der Platz auch den Namen Dominiksplan.

Als dieser dann bei Anlage der Wallbefestigung im 17. Jahrhundert endlich in die Befestigung einbezogen wurde, entstanden an seiner Westseite die Buden des Trödelmarktes, die sogenannte Tagnete oder Große Vendet -- so benannt zum Unterschied von der Kleinen Vendet, der heutigen Tagnetergasse. Der an das Zeughaus stoßende Teil des Platzes hieß später auch Erbsenmarkt.

Vom Holzmarkt war der Kohlenmarkt durch eine 1483 errichtete Mauer getrennt, die vom Heilig-Geist-Tor, dem späteren Glockentor, zum Holztor verlief und das Verbindungsglied zwischen der rechtstädtischen und altstädtischen Stadtmauer bildete. Ein Tor, das spätere sogenannte Brandenburger Tor, vermittelte den Verkehr zwischen beiden Plätzen; 1805 wurde es abgerissen.

1933 wurde der Kohlenmarkt in Theaterplatz umbenannt. Diese letzte Umbenennung ist entweder bei vielen Danzigern überhaupt nicht angekommen, oder aber sie wurde einfach ignoriert. Weder in meiner Familie noch im Bekanntenkreis habe ich je den Namen Theaterplatz gehört. Erst aus einem Stadtplan von 1939 habe ich erfahren, dass es so etwas in meiner Heimatstadt gab. Der Erbsenmarkt war noch bis 1978 in unserer Familie gegenwärtig.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 136f