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Milchkannengasse

Stągiewna

Geschichte

1361 wird erstmals ein Speicher am Weg "usque cloacam" (bis zur Kloake) genannt. "Cloaca" oder "priveta" war die damals gebräuchliche Bezeichnung für die Neue Mottlau. Nach ihr hieß die Gasse 1378 "agger sicut itur ad privetam" (Damm, wie man zur Priveta geht), und 1385 wird sie als "via versus insulam" (Weg nach der Insel) erwähnt, wobei mit "insula" das Werder gemeint war. Anscheinend war die Gasse damals nur von der Grünen Brücke bis zur Hopfengasse bebaut.

Für denselben Abschnitt findet sich seit etwa 1440 der Name "Yodengasse" (Judengasse), der auch 1643 noch in Gebrauch war und erst danach auf die heutige Judengasse übertragen wurde. Im Straßenabschnitt zwischen Hopfengasse und Neuer Mottlau befanden sich bereits um 1440 Hopfenscheunen. Nach ihnen hieß noch im 17. Jahrhundert dieser Teil ebenso wie die angrenzende, noch heute so benannte Hopfengasse.

Erst nach 1643 kam eine einheitliche Bezeichnung für die ganze Gasse auf. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war der Name nicht ganz fest: 1805 wird sie "Milchkannengasse oder Lange Reihe" genannt. Der Name Milchkannengasse leitet sich von dem am Ende der Gasse gelegenen Turm her, der seiner Gestalt wegen "die Milchkanne" genannt wurde. Die Brücke über die Neue Mottlau und wohl auch das Milchkannentor waren bereits im 14. Jahrhundert vorhanden.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 159