Pfefferstadt
Korzenna
Geschichte
Als einer der ältesten altstädtischen Strassennamen wird die Pfeffergasse 1399 erstmals erwähnt; die heutige Form Pfefferstadt findet sich regelmässig seit 1581.
Pfeffer war im Mittelalter bei der damaligen Vorliebe für scharf gewürzte Speisen und Getränke ein wichtiger und viel begehrter Handelsartikel. Allerdings darf man dabei -- zumindest im Ordensland -- nicht in erster Linie an indischen Pfeffer denken. Es ist vielmehr darunter türkischer Pfeffer oder Paprika zu verstehen, dessen Anbau der Deutsche Orden aus Schlesien nach Preussen gebracht hatte und der vielfach als Zins von ländlichen Grundstücken geleistet werden musste. Die Preisverhältnisse im Vergleich zu anderen Waren sprechen dafür, dass auch der im Danziger Handelsverkehr vorkommende Pfeffer nicht ein kostbares Kolonialgewürz, sondern ein einheimisches Erzeugnis war, nach dessen Lagerstätten die Gasse benannt wurde.
Am Ende der Pfefferstadt, etwa dort, wo die heutige Strasse am Jakobstor auf sie trifft, lag das Heilig-Leichnams-Tor der altstädtischen Stadtmauer, das seinen Namen nach dem ausserhalb gelegenen Hospital trug und später in das Bastion Heiliger Leichnam verbaut wurde. Der Abschnitt der Pfefferstadt von diesem Bastion bis zum Kassubischen Markt wird auf Plänen des 18. Jahrhunderts Ziezausche oder Ziessausche Gasse genannt -- eine von einem Personennamen abgeleitete Bezeichnung, die 1900 einging, als bei der Einebnung des Bastions die Pfefferstadt zum Hansaplatz durchgebrochen wurde.
Die am entgegengesetzten Ende der Pfefferstadt gelegene Brücke über den Radaunekanal wurde 1480 Brotbrücke genannt. Heute heisst die Strasse übersetzt Gewürzgasse.