Schwarzes Meer
n. e.
Geschichte
Der Name „Schwarzes Meer” wurde von einem sumpfigen Tümpel auf die Gasse übertragen, der in der Gegend der heutigen Kleinen Berggasse lag. Noch auf einem Plan von 1695 ist er als „Schwarzes Meer” eingezeichnet.
Die ältere Bezeichnung der Gasse ist „Rosental”. Unter diesem Namen findet sie sich zuerst auf einem Plan des Stadtbaumeisters Frederik Hendrichszon Vroom, der von 1567 bis 1593 in Danzig wirkte. Später erscheint der Name auch im Erbbuch. Ein früheres Vorkommen lässt sich mithilfe des Erbbuches nicht ermitteln, da in ihm vom 14. bis 16. Jahrhundert die ganze Gegend von Neugarten bis Petershagen nur unter dem Gesamtnamen „over de Radune” zusammengefasst wird.
Im Gegensatz zu den Rosen- und Lavendelgassen, die zweifellos nur als humoristische Bezeichnungen schmutziger, übelriechender Gassen gebraucht wurden, scheint das Rosental tatsächlich ein mit wilden Rosen bewachsenes Gelände gewesen zu sein. Dafür spricht, dass auf dem vorerwähnten Plan aus dem 16. Jahrhundert die Gegend noch als gänzlich unbebaut erscheint – die Straße bildet nur einen in einer Geländefalte zum Bischofsberg führenden Feldweg. Eine der Bezeichnung „Rosental” ganz analoge Bildung findet sich beim nahen Schidlitz als „Schladahl” (Schlehental).
Zum Schwarzen Meer gehörten bis 1884 auch die erst damals mit eigenen Namen abgezweigten Große und Kleine Berggasse, Bischofsgasse, Radaunegasse und Salvatorgasse.